Von schnitzenden Profis, flötenden Expert:innen und dem TSV Hammerbau
Auf der Wiese an der August-Riedel-Straße und am Grünholzmobil drehte sich während der Wundersamen Sommerakademie 2026 alles um frisches Holz, traditionelles Handwerk und echtes Werkzeug. Gefördert durch das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ bot der Workshop „Kleine Baukunst“ einen geschützten Raum, um die Faszination der naturnahen Holzbearbeitung eigenhändig zu erforschen. Statt fertiger Bausätze standen das Erlernen von Sägen, Spalten, Schnitzen und manuellem Bohren sowie der sichere Umgang mit Hobelpferden, Ziehmessern und Handbohrern im Mittelpunkt.
Der Auftakt begann mit einer gründlichen Einführung in die Sicherheitsregeln und Grundtechniken. Bereits ab dem zweiten Tag entwickelten die Teilnehmenden eigene Projektideen und erweiterten ihr Repertoire Schritt für Schritt. In täglichen Auftakt- und Abschlussrunden besprachen die Kinder und Jugendlichen ihre Vorhaben und präsentierten stolz ihre Zwischenergebnisse, was eine Welle neuer Ideen auslöste. Im Laufe der Woche wuchsen einige Teilnehmende zu echten Spezialistinnen und Spezialisten für bestimmte Gegenstände heran. So bildeten sich kleine Fachexpertisen für den Bau von Holzflöten oder soliden Holzhammern heraus.
Die Atmosphäre im Kurs war von großer Selbstständigkeit, Hilfsbereitschaft und sprudelndem Erfindergeist geprägt. Wenn neue Kinder hinzukamen, wurden sie sofort herzlich integriert. Ein prägender Höhepunkt war die Gründung des augenzwinkernd getauften „TSV Hammerbau“: Als auffiel, dass die Werkstatt zu wenige Spalthämmer hatte, produzierten zwei Kinder kurzerhand in Eigenregie Nachschub für den gesamten Workshop-Betrieb. Auch bei anspruchsvollen Großprojekten wie einer handgefertigten Leiter packten viele mit an. Phasenweise Durchhänger bei der mühevollen Arbeit wichen am Ende grenzenloser Freude, als das Werkstück stabil stand.
Am letzten Tag mündete das handwerkliche Schaffen in eine beeindruckende Gesamtausstellung aller gefertigten Unikate. Beim großen Abschlussfest auf der Burgkerwa durften alle Anwesenden auch mal in den Genuss des Grünholzmobiles und dem Schnitzen kommen.

