Budenzauber Sommerakademie 2026

Vom frischen Grünholz zu stabilen Marktbuden

Auf der Wiese an der August-Riedel-Straße wurde während der Wundersamen Sommerakademie 2026 intensiv gesägt, konstruiert und gezimmert. Gefördert durch das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ widmete sich der Workshop „Großer Budenzauber“ dem großformatigen Holzbau. Hier packten die Kinder und Jugendlichen selbst an, um die Räume und Stände für das spätere Abschlussfest eigenhändig zu erschaffen. Neben dem Erlernen moderner Schraubverbindungen stand der traditionelle Umgang mit Ziehmessern, Schnitzwerkzeugen und selbst gefertigten Holzdübeln im Mittelpunkt.

Der Prozess begann mit einer fundierten Planungsphase: Die Teilnehmenden teilten sich in Teams auf, skizzierten ihre Ideen, errechneten den Materialbedarf und erstellten Einkaufslisten. Aus den Entwürfen entstanden zwei Hütten aus klassischen Holzpfosten und Latten sowie eine reine Grünholzhütte. Während bei den Lattenkonstruktionen das präzise Verschrauben von Wand- und Dachgerüsten im Vordergrund stand, verlangte das Grünholzprojekt traditionelle Techniken. Für diese Hütte wurden Balken für die Erdenverankerung gespitzt, Verbindungslöcher gebohrt und eigene Holzdübel geschnitzt. Auf Anforderungen der Gesamtregie wurden zwei der Hütten schließlich für Ton- und Videoinstallationen mit Stoff verkleidet, während die Grünholzhütte so konzipiert wurde, dass sie sich komplett ohne Metallschrauben ab- und wieder aufbauen ließ. Am letzten Tag wurden alle drei Bauten final auf der Festwiese aufgestellt und fest verankert.

Die Arbeitsphase verlangte den Teilnehmenden Einiges ab. Das langwierige Arbeiten an Großprojekten stellte die Ausdauer auf die Probe, was vom Werkstattteam mit viel Geduld und motivierenden Impulsen begleitet wurde.

Umso eindrücklicher waren die Erfolgsmomente während des Baus. Ein prägender Aha-Moment lag im direkten Vergleich der Methoden: Den Kindern wurde bewusst, dass das Herstellen eigener Holzverbindungen aus krummen Ästen zwar mehr Zeit erfordert als eine rasche Verschraubung, dafür aber eine nachhaltige und wiederverwendbare Hütte hervorbringt. Als schließlich die ersten Wände von alleine standen und sich die eigene Statikplanung als absolut stabil erwies, wich alle Anstrengung großem Stolz. Beim Finale auf der Burgkerwa bildeten die drei fertiggestellten Hütten das funktionale und optische Herzstück des Jahrmarktsgeländes.