Von Glitzerkonfetti, Häusern aus Resten und einem Ohrwurm zum Anfassen
Der Workshop „Was zum Kehrricht?“ war in vielerlei Hinsicht anders als geplant – und gerade darin lag sein eigener Wert. Eigentlich sollte hier aus Alltagsmaterialien ein Prozess in Richtung Objekttheater entstehen.
Tatsächlich entwickelte sich das Format zu einem offenen Gestaltungsraum, in dem Kinder flexibel kommen, mitbauen, Ideen einbringen und wieder weiterziehen konnten.

In diesem Wechsel lag zwar auch eine Herausforderung, aber eben auch eine besondere Qualität: Das Projekt passte sich dem offenen Charakter der Burg an und wurde dadurch zu einem Ort des spontanen Mitmachens.
Schon am ersten Tag wurde mit den mitgebrachten Materialien gebaut, gemalt und verziert. Es entstanden kleine Häuser, die mit erstaunlicher Geduld und Liebe zum Detail gestaltet wurden.

Besonders schön war, dass sogar auf der Wiese herumliegende Glitzerkonfetti-Reste in die Gestaltung einbezogen wurden – aus herumliegenden Überbleibseln wurde Dekoration, und ganz nebenbei auch noch ein kleiner Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet.
Dieses Arbeiten mit dem Vorhandenen war überhaupt ein zentrales Motiv des Workshops: Was da ist, wird nicht weggeworfen, sondern verwandelt.

Statt an einem durchgehenden Stück zu arbeiten, entstanden kleinere Objekte, freie Gestaltungen und schließlich ein großes Gemeinschaftswerk: ein Tier, das von verschiedenen Kindern abwechselnd mitentwickelt wurde.
Gerade dieses Objekt passte gut zum offenen Charakter des Nachmittagsangebots, weil es nicht verlangte, von Anfang bis Ende dabei zu sein – jede*r konnte einen Teil beitragen.
Besonders berührend waren die individuellen Momente, die in diesem offenen Rahmen entstanden. Da war das Mädchen, das stundenlang mit großer Sorgfalt ein Papphaus gestaltete.

Da war der Junge, dem mit den vorhandenen Materialien seine sehnlich gewünschten Waffen und Schutzteile eines Polizisten gebaut wurden – ein kleiner Wunsch, der in diesem Moment ernst genommen und real gemacht wurde. Und da war das Mädchen, das eine eigene Geschichte schrieb und sie später bei der Aufführung vortragen wollte.
Trotz der schwierigeren Bedingungen zeigte sich auch in diesem Workshop, wie wertvoll Kooperationen zwischen den Gruppen sein können. Begegnungen mit Tanz- und Theatergruppe führten zu neuen Ideen, gemeinsamen Bildern und gegenseitiger Inspiration.

Am Ende wurden die entstandenen Objekte in die Abschlussaufführung integriert – teils als Requisiten, teils als Dekoration. Besonders der große „Ohrwurm“, eine von den Kindern getragene Schlange, wurde zu einem sichtbaren Zeichen dafür, dass auch aus einem offenen, nicht ganz planbaren Prozess etwas entstehen kann, das Gemeinschaft schafft und in Erinnerung bleibt.

