Von Kamerafrauen auf Balkonen und einem Tanz, der immer weiterwuchs
Im Workshop „Dance Sensation“ wurde nicht einfach nur getanzt – hier wurde ein eigener Tanzfilm erfunden, gedreht, geschnitten und gefeiert.
Die Teilnehmenden beschäftigten sich über fünf Tage hinweg mit der Frage, wie Tanz und Film zusammenwirken, wie man Bewegung mit der Kamera einfängt und was passiert, wenn aus einer Choreografie plötzlich ein gemeinsames Filmprojekt wird. Schon am ersten Tag war spürbar, wie viel Lust auf Bewegung und kreatives Ausprobieren in der Gruppe steckte.

Nach ersten Kennenlern- und Aufwärmspielen wurden eigene Tänze entwickelt und direkt mit filmischen Ideen verbunden. Die Kinder experimentierten mit Perspektiven, beobachteten, wie ein und dieselbe Bewegung aus verschiedenen Blickwinkeln ganz unterschiedlich wirkt, und fanden schnell heraus, dass nicht nur die Tanzenden wichtig sind, sondern auch die Menschen hinter der Kamera.
So entstand früh ein Workshop, in dem ganz unterschiedliche Talente Platz fanden – von der Tänzerin bis zur Regisseurin, vom Kamerakind bis zur Musikbeauftragten.

Ein besonders kluger Schritt war die Einführung der sogenannten Joker: Veto, Freispiel und Tempo. Sie schufen einen Rahmen, in dem alle sagen konnten, was sie brauchen, was sie nicht möchten oder wann es eine Pause braucht.
Das machte die Arbeit nicht nur achtsamer, sondern auch erstaunlich produktiv. Über die Woche bildete sich ein fester Kern, der sich auf unterschiedliche Weise einbrachte und immer klarer seinen Platz fand – manche auf der Tanzfläche, andere im Drehteam, wieder andere an beidem.

Besonders schön war, wie sehr der öffentliche Raum selbst zum Mitspieler wurde. Am dritten Tag wurde draußen ausprobiert, wie man sich zu Gegenständen, Wegen und Orten in Beziehung setzen kann.
Es wurde gescoutet, geplant, getestet – und dabei entstand ein ganz eigener Blick auf das Quartier. Eine Kamerafrau blieb besonders in Erinnerung, weil sie mit großer Selbstverständlichkeit ungewöhnliche Perspektiven suchte und umsetzte, etwa von einem Balkon aus. Solche Ideen machten den Film nicht nur visuell spannend, sondern zeigten auch, wie selbstverständlich die Kinder kreative Verantwortung übernahmen.

Am vierten Tag wurde final gedreht, und plötzlich war aus dem Workshop ein richtiges Set geworden: mit Klappenperson, Regie, Kamera, Musik und Tanz. Am letzten Tag entstanden dann ein Intro, ein kleines Kino mit Eintrittskarten und die Filmpremiere selbst.
Parallel wurde auch noch für die große Abschlussaufführung geprobt. Besonders berührend war, dass manche Kinder am Ende gar nicht mehr aufhören wollten zu tanzen. Das gemeinsame Abschlussritual – erst TikTok-Mashups, dann ein Tanz mit allen, auch denen, die gerade eigentlich noch am Basteln waren – wurde zu einem starken Bild für das, was diese Woche ausgemacht hat: Offenheit, Energie, Zusammenhalt und die Freude, gemeinsam etwas Eigenes zu erschaffen.

