Eine Reise von den Gebrüdern Grimm bis zu den Eisbären
Im Workshop „G’schicht’n erzähl’n“ öffnete sich eine Woche lang die Tür zu fremden Welten und der eigenen Fantasie.
Die Teilnehmenden begannen ihre gemeinsame Reise ganz klassisch im gemütlichen Sitzkreis, wo sie sich mithilfe von Märchenkarten kennenlernten und der lebendigen Erzählung des Froschkönigs lauschten.
Um tief in die Handlung einzutauchen, konnte der Weg des Zugangs individuell gewählt werden: Ob malend, zuhörend oder direkt mitspielend – alle fanden einen eigenen Platz in der Geschichte. Dass Erzählungen auch körperlich erfahren werden können, zeigte sich, als sich der Raum in eine Szenerie voller hüpfender Frösche verwandelte.

Mit diesem Schwung startete die Entwicklung eigener Charaktere. Unter der spannenden Frage „Was wäre, wenn du jemand anderes wärst?“ entstanden Identifikationsfiguren, die weit über das Alltägliche hinausgingen.
Ob fantastisches Wesen, sprechendes Tier oder skurriler Gegenstand – die Kinder und Jugendlichen verliehen ihren Ideen Form, Stimme und Gefühl. Diese Visionen wurden handgreiflich umgesetzt: Aus Pappe und Papier entstanden individuelle Figuren, die an Federn auf Holzstäben befestigt wurden, um ein besonders lebhaftes und dynamisches Spiel zu ermöglichen.

In der Mitte der Woche verlagerte sich der Fokus auf den Bau der Kulissen und das Training des freien Sprechens. Mithilfe von Märchen-Kurzfassungen wurde das Vorlesen und die Bühnenpräsenz geübt, während im Hintergrund farbenfrohe Hintergründe für die Schauplätze wuchsen.
Ein besonderes Element war der Einsatz von Storycubes, die dabei halfen, die finale Geschichte von den verzauberten Eisbären-Brüdern zu weben. In dieser Phase zeigte sich auch die wunderbare Dynamik des gesamten Theaterspektakels, da ein reger Austausch mit dem Comedy-Workshop stattfand und gegenseitige Inspiration den Prozess bereicherte.

Nach einer intensiven Generalprobe und dem letzten Feinschliff am Ablauf war es am Freitag schließlich so weit: Die Scheinwerfer gingen an für zwei große Geschichten.
Es war beeindruckend zu beobachten, wie die Teilnehmenden mit ihren selbstgestalteten Figuren die Bühne eroberten und dabei mit unerwarteten Wendepunkten und Überraschungsmomenten das Publikum verblüfften.

Am Ende wurde nicht nur das Gebastelte mit nach Hause genommen, sondern vor allem die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und die Freude am gemeinsamen künstlerischen Ausdruck. Es war eine Woche voller Begeisterung, in der aus geschriebenen Worten lebendige Bühnenmagie wurde.

