Geschichten aus der Nachbarschaft – Besuch im Rathaus

Im Rahmen unseres Projekts „Geschichten aus der Nachbarschaft – ein Magazin für die Burg“ hatten zehn Kinder die Gelegenheit, den Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth, Thomas Ebersberger, persönlich zu treffen. Auf seine Einladung hin besuchten sie das Rathaus und durften dort eine ganze Stunde lang ihre Fragen stellen. Die Kinder nutzten diese wertvolle Gelegenheit, um Themen anzusprechen, die sie im Alltag bewegen – von Spielplätzen über Verkehr bis hin zu wichtigen Zukunftsfragen der Stadt.

Der Dialog: Kinder fragen, der Oberbürgermeister antwortet

Die Kinder scheuten sich nicht, auch kritische Punkte anzusprechen. Hier sind einige Auszüge aus dem Gespräch:

Frage: Wir fühlen uns oft vergessen, weil an anderen Orten in Bayreuth mehr gemacht wird als in der Burg. Was können wir tun, um das zu ändern? Antwort: Schreibt mir eure Wünsche und Sorgen per Mail an oberbuergermeister@stadt.bayreuth.de. Schickt auch Fotos, dann kann ich mir besser vorstellen, worum es geht. Wir prüfen dann, was wir umsetzen können.

Frage: Unser Bolzplatz ist genau an einer Straße mit viel Verkehr, da ist es laut und gefährlich. Kann man dagegen nicht etwas machen? Antwort: Macht ein Bild von eurem Bolzplatz und schickt es mir. Ich werde auf dem Heimweg nach der Arbeit vorbeikommen und mir euren Bolzplatz anschauen.

Frage: Seit Netto und Lidl geschlossen haben, gibt es bei uns keinen richtigen Supermarkt mehr. Warum wird kein neuer gebaut? Antwort: Wir haben erlaubt, dass hier Supermärkte gebaut werden. Offenbar haben zu wenige Menschen dort eingekauft, sodass sich der Betrieb nicht gelohnt hat. Im Herbst soll sich entscheiden, ob und wie es im Lidl-Gebäude weitergeht.

Eindrücke der Kinder: Demokratie zum Anfassen

Thomas Ebersberger nahm sich viel Zeit, jede Frage ausführlich zu beantworten. Dabei erklärte er auch ganz lebensnah, welche Aufgaben ein Oberbürgermeister hat, wo die Stadt direkt mitbestimmen kann – und wo Entscheidungen auf anderen politischen Ebenen getroffen werden.

Für die Kinder war dieser Besuch ein echtes Erlebnis: Politik war plötzlich nicht mehr etwas, das „weit weg“ im Fernsehen geschieht, sondern ganz nah und greifbar. Es wurde deutlich: Kinder und Jugendliche haben wichtige Fragen. Wenn man ihnen aktiv zuhört und sie ernst nimmt, entstehen bedeutsame Gespräche über unsere Stadt und unsere Gemeinschaft.

Über das Projekt: Ein Magazin für die Burg

Im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ ist bei uns dieses besondere Projekt entstanden. Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 14 Jahren haben für „Geschichten aus der Nachbarschaft“ Interviews geführt, zugehört, gezeichnet, geschrieben und gestaltet.

Daraus ist ihre ganz eigene Jugendzeitschrift geworden. Das Ziel des Projekts war es von Anfang an, Kindern Raum zu geben, ihre eigene Kreativität zu entdecken, gemeinsam Spaß zu haben und vor allem ihre Stimmen in der Stadt hörbar zu machen.